Blick von außen

"Oft ist ein Blick von außen nötig, um zu entdecken, was zuvor durchaus geläufig..." schreibt Prof. Wolfgang Christ (Weimar), Architekt, Stadtplaner und Moderator des Workshops zur Landesgartenschau Löhne/Bad Oeynhausen in den BDLA-Informationen NW 1/98.

Russel Page, gefragter englischer Landschaftsarchitekt des 20. Jahrhunderts, sagte 1967 zu der Frage, wie das Besondere eines Standortes herauszuspüren und im schöpferischen Umgang zu gestalten ist: "Jedoch hat ein Lumpensack voller Stilarten nichts mit echtem Stil zu tun; hier muss das Planen anders vor sich gehen. Der Künstler (Page meint den Landschaftsarchitekten) muss erkennen, was sich hinter dem malerischen und oberflächlichen Aussehen seines Objektes verbirgt".

Die Porta Westfalica trennt nicht nur zwei Landschaftsräume. Sie ist auch ein Merkzeichen für das unterirdische Relief, eine unsichtbare Welt: die geologischen Verwerfungslinien, die die ganze Region prägen. Hier kommt das Wasser nicht nur von oben und formt die landschaftliche Struktur. Die Sole tritt an besonderen Stellen an die Erdoberfläche, manchmal in Fontänen, oder das Heilwasser lässt sich fördern, sehr zum Nutzen jener, die es besitzen. Auch das hat die Landschaft der Region geprägt, Nutzungs- und Siedlungsstrukturen geformt. Nur - das Wasser war zumeist nicht sichtbar. Die "neuen Augen" der französischen Landschaftsarchitekten schaffen genau das: Eine Parkstruktur mit Rauminstallationen und Gestaltungsformen, die das "magische Wasser" sicht- und erlebbar machen.