Sich trauen zu bauen

Sich trauen zu bauen

"Französische Landschaftsarchitekten trauen sich zu bauen, sie machen nicht so viele (gestalterische) Kompromisse", sagte Ende 1999 Martine Sgard zu mir. Sie muss es wissen - sie hat einen französischen Vater, eine schwedische Mutter, lebt in Berlin und war für die Planung und Projektleitung vor Ort mitverantwortlich. "Die deutschen Planer schauen erst einmal, was man nicht berühren darf", meint sie und erwähnt den Naturschutz, der nun aber trotzdem auf der Aqua Magica nicht zu kurz kam. Ihr ist wichtig: "Agence Ter, französische Landschaftsarchitekten überhaupt, suchen oder schaffen Symbole im Raum, und zeigen die Idee dahinter".

Diese besondere Mischung aus gekonnten gestalterischen, manchmal spielerisch, manchmal sehr klar konturiert wirkenden Eingriffen in eine ansonsten bäuerliche Kulturlandschaft - die große Terrassenkante an der Allee des Weltklimas ist ein Beispiel - geben dieser Gartenschau ihr eigenes gartenkünstlerisches Gepräge.

Noch einmal Prof. Wolfgang Christ: "Indem Henri Bava das eigentlich nicht Darstellbare (Die Magie des Elements Wasser) facettenreich inszeniert, gelang ihm ein Projektansatz mit hoher suggestiver Qualität, mit der sich nicht nur eine einzelne Stadt, sondern eine ganze Region identifizieren kann."